So 2 I 2022 Baarburg mit Irena 11:00

Es ist sonnig und warm. Von Westen nähert sich eine graue Wolkenwand. Der Wintersturm der letzten Woche, als Karibik-Luft durchs Schweizer Mittelland fegte, hat viele Zweige und Äste aus den kahlen Baumkronen gerissen.

Hinter sieben Horizonten sieht man Eiger, Mönch und Jungfrau.

1   2532

Auf das Fensterbrett im Unterstand ist ein rotes Glarner-Tüechli mit der Aufschrift

BIGGEST
BADDEST

drapiert.

Seit 36 Jahren besuche ich nun die Baarburg regelmässig, mache Notizen und fotografiere. In dieser Zeit habe ich viele Veränderungen beobachtet. Die radikalste ist die weitgehende Entwaldung des Bergplateaus. Vor 20 Jahren war hier noch ein geschlossener Wald. Jetzt hat grossflächiger Kahlschlag in mehreren Etappen eine offene Fläche geschaffen, die von einem Saum von Bäumen entlang dem Plateutrand eingerahmt wird.

 

So 9 I 2022 Baarburg mit Irena 11:00

Letzte Nacht hat es geregnet und gegen Morgen auf der Baarburg noch etwas geschneit. Jetzt regnet es leicht und der Schnee tropft von den Bäumen. Später drückt manchmal die Sonne durch.

Die Baumstämme haben auf der Westseite von oben bis unten einen markanten weissen Schneestreifen. Das Schneien war also mit einem heftigen Westwind verbunden.

Auf einem am Boden liegenden vermodernden alten Baumstamm ragen die die aus härterem Holz bestehenden Astansätze wie kleine Bäumchen nach oben. Faszinierend, wie die Natur gewisse Formen wiederholt und variiert.

2  2533

Die dünne Schneeschicht akzentuiert und zeichnet Formen und Muster.

Trotz dem ungemütlichen Wetter sind heute erstaunlich viele Spaziergänger unterwegs.

 

So 16 I 2022 Baarburg mit Irena 11:00

Der Berg steckt im Nebel. Die Sonne wäre nicht weit. Manchmal sieht man blauen Himmel und die Baumkronen leuchten im Licht, aber dann schwappt der kalte Nebel zurück. Es ist einige Grad unter Null, der Boden ist hart gefroren. Die Waldstrasse ist so vereist, dass man jeden Schritt abwägen muss, um nicht auszurutschen.
Ein Fotograf mit einem grossen Teleobjektiv hofft, dass sich die Sonne hier endgültig durchsetzt.

Raureif und Eis zeichnen abstrakte Bilder in den Winterwald.

   2534

 

 

So 23 I 2022 Baarburg 10:30

Letzte Woche hat es nochmals etwas geschneit. Jetzt scheint die Sonne, aber nach einer Frostnacht bleibt der Boden hart gefroren und an vielen Orten glitschig. Eine leichte Bise lässt die Kälte unter die Kleider kriechen.

Die tief stehende Sonne bringt den Winterwald zum Leuchten.

Vom Plateaurand aus höre ich unten am Bergsockel knirschende Schritte und sehe dann ein Reh vorbei springen.

4   2535

Die Baarburg ist eine ideale Aussichtsplattform auf die umliegende Landschaft, besonders jetzt im Winter ohne Laub an den Bäumen. Bergehänge, Täler, Wiesen und Strassen,viele Einzelhöfe, aber auch Tierfabriken und kuriose kleine Strukturen und Konstellationen.

 

So 30 I 2022 Baarburg mit Irena 10:30

Es ist grau bewölkt und es weht ein leichter Westwind. Der Schnee ist hier weitgehend geschmolzen, aber die Waldstrasse ist noch immer mit Eis bedeckt und nur mit grösster Vorsicht begehbar.

Auf einem hellen Baumstamm bilden Reihen von Bruthöhlen eines Insekts ein girlandenartiges Lochmuster.

5  2536

Heute ist es seit langem wieder einmal deutlich über null Grad, es tropft vom Dach des Unterstands, die Sonne drückt durch die Wolken und wärmt die Wand hinter der Sitzbank auf. (Irena)

 

So 6 II 2022 Baarburg mit Irena 10:15

Die Teiche am Waldrand sind noch mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Auf der Baarburg hat es nur noch wenige Schneereste. Es weht ein kalter Südwestwind. Die Sonne scheint blass durch einen Wolkenschleier.

Auf den Abend wird ein heftiges Sturmtief erwartet. Der durch Holzschlag dünn gewordene Saum von Bäumen am nördlichen Plateaurand sieht schutzlos und fragil aus.

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Der Wind verstärkt sich und starke Böen reissen an den kahlen Baumkronen. Die Vorboten des Sturms drängen uns zur Eile.

Vom schmelzenden Schnee freigelegte Mausgänge zeichnen Muster und Zeichen auf die Wiese.

 

So 13 II 2022 Baarburg mit Irena 10:30

Die Sonne scheint, der blaue Himmel ist wolkenlos. Aber der Waldboden ist nach einer Frostnacht noch hart gefroren. Die Teiche beim Waldeingang sind mit Eis bedeckt. Aber das Licht ist vorfrühlingshaft golden.

Die Sonne heizt den Platz vor dem Unterstand auf, so dass wir behaglich sitzen und Tee trinken können. (Irena)

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Irena zeichnet ein schnelles Bleistiftporträt von mir ins Notizbuch, wobei sie mich um Jahrzehnte jünger macht.

Der erste Huflattich öffnet die Knospen. Das dunkle Gelb ist wie ein Konzentrat des weichen Lichts der immer noch recht tief stehenden Sonne. Das Blühen des Huflattichs ist ein Vorbote des Frühlings. Ein erster Tupfer Farbe ins winterliche Braungrau. — Letztes Jahr haben wir den ersten blühenden Huflattich hier am 21. Februar gesehen, also eine gute Woche später.

Etwas unterhalb der Sockelstrasse ist ein grosses Vogelhaus aus grauem Plastik an einen Baumstamm geschnallt.

 

So 20 II 2022 Baarburg mit Irena 10:45

Es ist wechselnd bewölkt und manchmal scheint die Sonne. Aber ein kühler Südwestwind dämpft aufkeimende Frühlingsgefühle.

Die Teiche sind eisfrei und auf dem Plateau sind nun auch die letzten Schneereste verschwunden.

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Das Rauschen in den Bäumen schwillt an und ab; die Buchen am Plateaurand wiegen sich im Wind, wenn er stärker bläst. (Irena)

In einer Ecke des Unterstands lehnt ein Zeltsack.

Nach dem Huflattich öffnet nun auch der zweite Frühblüher, die Pestwurz ihre Blüten.

Eine Schmetterlings-Tramete, ein flacher Baumpilz, dem auch eine medizinische Wirkung nachgesagt wird, sieht mit seinen hellen Rändern aus wie eine üppige grüne Rose.

 

Mo 28 II 2022 Baarburg 10:00

Sonne und blauer Himmel. Aber nach einer Frostnacht ist es immer noch recht kalt und der Waldboden ist hart gefroren. Die Teiche beim Waldeingang haben eine dünne Eishaut.

Anscheinend hat es hier nochmals etwas geschneit An offenen schattigen Stellen zeichnen Schneereste Gittermuster.

In der Geocache-Schachtel liegt ein aufwendig gestalteter Geo-Token GTR 281. Gelbblau; die Farben der Ukraine, die vorgestern von Russland angegriffen worden ist. Ob das ein Zufall ist?
Unter den vielen neuen Einträgen im Logbuch folgende:


04.12.21 Waldkrieger
Meine Erkenntnis ist eine warme Nacht im Wald, ist Gold wert.

8.2.22 claeH vielen Dank für diesen Cache.
zum Glück ist diese Höhle nicht grösser!

19.022022  Baldewyn  & Laternenschein
Danke fürs Verstecken & die schöne Aussicht

20.02.2022  Das ist eine koole Hölle. Die aussicht ist wunderbar.


9   2540

Ein älteres Paar kommt zum Unterstand und setzt sich auf eine der Aussichtsbänke. Sie erhalten einen Anruf ihrer Tochter auf das Mobiltelefon. Sie sagt: Wir sind am sünnele uf em Baarburg-Berg.

 

So 6 III 2022 Baarburg mit Irena 10:30

Nach einer kalten Nacht ist der Waldboden hart gefroren. An schattigen Orten hat es noch Raureif, der Farben und Formen betont und sichtbar macht. Trotz blauem Himmel und strahlender Sonne bleibt es wegen der starken Bise kalt.

Die Frassspuren auf einem geknickten dünnen Baumstamm sehen aus wie Zeichen einer unbekannten Bilderschrift.

10   2541

Dunst/Wolkenschleier zeichnen die Horizonte weich.  (Irena)

Jemand hat auf einem Baumstumpf mit kleinen Steinen und Ästchen ein Doppelherz gelegt.

Der Bärlauch spriesst.

Bei den Teichen am Waldeingang hat letztes Jahr eine Familie mit Kindern aus Steinen, Moos und Ästchen ein kleines umfriedetes Miniaturdorf gebaut, das beim Mähen des Grases im Spätherbst eingeebnet worden ist. Jetzt ist es wieder neu aufgebaut worden.

 

Sa 12 III 2022 Baarburg mit Irena 10:30

Ein dünner Wolkenschleier dämpft das Sonnenlicht. Es ist warm, aber manchmal kommt aus wechselnden Richtungen ein frischer Wind auf.

Nach vielen sonnigen Tagen ist der Frühling im Wald nicht mehr weit. Die Frostnächte verhindern aber, dass die Natur vorschnell auf die warme Jahreszeit umstellt.

11   2542

Die Pestwurz hat in kurzer Zeit üppige weisse Blütendolden entwickelt.

Ein säuberlich gesägter Stammquerschnitt einer Fichte hat 74 Jahrringe. 74 Jahre auf einen Blick. Mein ganzes Leben.

 

So 20 III 2022 Baarburg mit Irena 10:30

Eben hatte es auf den Weihern noch Eis, jetzt sind die ersten Laichteppiche gelegt. Sie sind vom Saharastaub überpudert, der in den letzten Tagen in grossen Mengen heran geweht wurde.

Die Sonne scheint aus blauem Himmel und am Tag der Tag- und Nachtgleiche ist es frühlingshaft warm und viele Vögel singen.

Die Aussichtsbänke auf der Baarburg haben neue hellbraune Sitz- und Rücklehnenbretter erhalten.

12   2543

Ein hell rufender Milan kreist über den Baumkronen.

Die ersten Buschwindröschen  und Schlüsselblumen blühen.

Auf einem Stück Baumstamm haben Borkenkäfer kunstvolle Piktogramme ins Holz gegraben.

 

So 27 III 2022 Baarburg 11:00

Heute beginnt die Sommerzeit. Es ist sonnig und warm. Seit Wochen scheint jeden Tag die Sonne und es hat schon lange nicht mehr geregnet.

In den Teichen sieht man bis auf den wenigen Laich keinerlei Lebenszeichen. Selbst die Wasserläufer fehlen noch.

Auf dem staubtrockenen hellen Boden wirkt das Frühlingslicht fast grell. Jetzt ist der Wald am hellsten. Sobald die Blätter spriessen, wird es schnell dunkler werden.

13  2544

Beim Bärlauch wachsen schon die ersten Blütenknospen.

Ich habe erfahren, dass das Wasserreservoir am Bergsockel oberhalb von Walterswil saniert werden soll. Ich halte mit einigen Bildern fest, wie die Anlage mit dem Metallschild Wasserreservoir Stiftung Don Bosco heute noch aussieht.

 

So 3 IV 2022 Baarburg mit Irena 11:00

Der Berg ist nochmals tief verschneit. Das frisch ergrünte Unterholz wird vom Schnee gegen den Boden gedrückt. Ein stark mit Efeu überwachsener Baum ist unter der Schneelast weggebrochen.

Ab und zu drückt kurz die Sonne durch und löst Schneelawinen von den Bäumen.

14   2545

Mit den acht Bildern zu jedem Umgang dokumentiere ich nicht nur den Wald mit Details und Veränderungen, sondern auch seine Besucher. Immer von hinten, so dass es eher Typen sind als Personen. Etwa die Hälfte von ihnen sind mit Hund unterwegs. Ein Viertel sind Sportler: Läufer und Velo-Fahrende. Der letzte Viertel sind Wanderer und Spaziergänger. Einige wenige sieht man immer wieder, die anderen bilden einen bunten Querschnitt durch die Bevölkerung, mit einem leichten Überhang von älteren Semestern.

 

So 10 IV 2022 Baarburg mit Irena 10:45

Die Sonne scheint und schmilzt die weissen Graupelreste von gestern. Es ist noch kühl mit einer leichten Bise.

Beim Parkplatz am Güselrank sind zwei Frauen in unserem Alter am Picknicken. Sie fragen mich, ob ich derjenige sei, der schon so oft auf der Baarburg gewesen sei. Sie haben (vor beinahe drei Jahren) etwas über mich in der Zeitung gelesen. Sie wohnen in Baar, wandern oft an der Baarburg und geniessen die Landschaft.

Die Veilchen, die Walderdbeeren und die Wildkirschen blühen. Die ersten Lindenblätter öffnen sich.

15   2546

Ein Paar in unserem Alter ist mit einem Lagerfeuer beschäftigt. Wir kommen ins Gespräch. Sie sind in den letzten Wochen regelmässig hier. Der Mann musste nach einem Spitalaufenthalt mühsam wieder sprechen und gehen lernen. Der sonntägliche Gang auf die Baarburg ist auch eine Art Therapie. Sie wohnen am Fuss der Baarburg. Der grosse Holzstoss am nördlichen Sockel, der vor wenigen Wochen zum Teil abgetragen worden ist, gehört ihnen. Sie beklagen sich, dass man hier in den letzten Jahren weniger Tiere sehe als früher. Schliesslich fragen sie mich, ob ich nicht der Baarburg-Gänger sei, über den vor einiger Zeit in der Zeitung berichtet worden sei.

An zwei verschiedenen Orten fallen mir Bäume unterschiedlicher Arten auf, die so miteinander verwachsen sind, als würden sie aus einem einzigen Stamm herauswachsen: eine Linde und eine Buche; eine Fichte und eine Buche, die sich wiederum in zwei Stämme teilt. Interessant ist dabei auch, wie sie sich den Luftraum aufteilen.

Auf der geräumten Fläche des Plateaus sind junge Bäume gesetzt worden. Auf der einen Seite sind die einzelnen Bäumchen mit einer grünen Plastik-Manschette gegen Wildverbiss geschützt. Der andere Bereich ist mit einem Drahtgitter eingezäunt.

 

Ostermontag 18 IV 2022 Baarburg mit Irena 10:45

Strahlender Sonnenschein, aber noch immer weht eine leichte Bise. Die Buchenblätter öffnen sich. Für mich einer der schönsten Momente im Jahreslauf. Im Unterholz ist das helle Grün zum Teil schon dicht. Auch einzelne hohe Bäume sind schon grün. Die frisch aus den Knospen geschlüpften Blätter sind flaumig und seidenweich. An schattigen Stellen sind die vorher schmalen und spitzigen Knospen nun stark angeschwollen und in die Länge gezogen; auch sie werden sich nun bald öffnen.

Beim Unterstand ist eine Gruppen von Leuten mit Hund um eine Lagerfeuer beschäftigt. Wir gehen grüssend vorbei und weiter.

16   2547

Seitdem ich dank der App BirdNET den markanten melodischen  Gesang der Mönchsgrasmücke identifizieren konnte, höre ich ihn nun deutlich aus dem vielfältigen Chor von Vogelstimmen heraus. Gesehen habe ich diesen Vogel aber bis jetzt noch nie.

Zwischen dem Bärlauch leuchten die hellvioletten Blüten der Fingerzahnwurz.

 

So 24 IV 2022 Baarburg mit Irena 11:00

Nach dem leichten Regen letzte Nacht duftet es im Wald intensiv nach Erde. Heute ist das Durch-den-Wald-Gehen ein Baden im hellen Buchengrün.

Die weissen Samenkugeln des Huflattich haben sich abgeflacht zu hellen Strahlenkränzen mit dunklem Kern.

Auf den noch dunklen Brombeerblättern liegt der von den Bäumen gewaschenen helle Blütenstaub.

17   2548

Der manchmal heftige Wind letzte Woche hat einige männliche Fichtenblüten von den Bäumen geweht. Mit ihrem Rot sehen sie aus wie in die Länge gezogene Walderdbeeren.

Die Risse auf den Schnittflächen der gefällten Bäume zeichnen schwarze Skizzen und Piktogramme auf das Holz.

Die gelben Blüten der Taubnesseln prangen orchideenhaft.

 

Sa 30 IV 2022 Baarburg 10:30

Eben hat es nochmals kurz geregnet, aber nun drückt manchmal sogar kurz die Sonne durch.

Wenn man sich einer Stechpalme nähert, tritt man in eine vanillesüsse Blütenduftwolke.

18   2549

Auf dem Boden des Jungwaldes leuchten weissgrüne Kissen von blühendem Klee.

Mitten in einer strahlend weissen Bärlauchblütendolde sitzt ein kleiner weinroter Käfer.

Schwarze Wolken ziehen auf, es donnert und einige Regentropfen fallen. Aber ich habe Glück und das Gewitter zieht an der Baarburg vorbei.

Die insgesamt fünf kleinen Weiher am Waldeingang sind zunehmend verschlammt und weiterhin kaum belebt ausser mit wenigen Wasserläufern. In den letzten Jahren lebten hier um diese Zeit Kröten, Frösche, Molche, Ringelnattern und verschiedene Libellenarten. Dieses Jahr einfach nichts!

 

Mo 9 V 2022 Baarburg 10:15

Der Waldboden ist noch feucht vom Regen der letzten Woche. Die Wolken lichten sich und es wird wärmer.

In der Geocache-Höhle hat jemand eine kleine Grube ausgehoben und die nasse Erde auf die Plastik-Schachtel mit dem Logbuch gehäuft, so dass der Inhalt der Schachtel etwas feucht geworden ist. Es hat zwei neue Token, eine Modellauto Marke Ford Sierra und ein Kopffüssler aus Plüsch.
Unter den recht vielen neuen Einträgen im Logbuch auch Folgende:


6.3.22  Chrötli58
6.3.22  Syba62

reinfisch
the cache machine
15-4-2022

Rehli1987

19   2550


Ein brauner Frosch ist so gut getarnt, dass ich ihn niemals gesehen hätte, wenn er nicht mit einigen Sprüngen vor mir geflüchtet wäre. Er hat exakt dasselbe Braun wie die blassbraun gewordenen Blätter vom letzten Herbst.

Der gelbe Hahnenfuss und der blaue Ehrenpreis bilden zusammen einen schönen Blumenstrauss.

Auf einem kleinen von einer Wühlmaus oder einem Maulwurf aufgeworfenen Erdhaufen hat es die etwas verwaschene Fussspur eines recht grossen Tiers. Wahrscheinlich von einem Dachs. Es könnte aber auch von einem Wolf sein. Vor kurzem wurde nur wenige Kilometer von der Baarburg entfernt einer gesichtet.

 

So 15 V 2022 Baarburg mit Irena 10:45

Es ist sonnig und sehr warm.

In den Teichen hat sich nun doch noch Leben eingefunden. Wie wir heran kommen, springt ein Frosch ins Wasser und eine fadendünne junge Ringelnatter schwimmt in Deckung. Einige Molche schweben im Wasser, kommen ab und zu an die Oberfläche und zeigen ihre orangeroten Bäuche. Einige blaue Libellen schwirren über dem Wasser.

Der Unterstand ist aufgeräumt. In einer Ecke liegt ein kleiner Stoss Feuerholz und zusätzlich ein Stoss mit feinem Holz zum Anzünden.

20   2551

Allerlei Vogelstimmen erklingen ringsumher. (Irena)

Der Bärlauch blüht und riecht streng nach Knoblauch.

Jemand hat an einen Holzstoss ein dreifarbiges Brillenetui aus Tuch mit Inhalt aufgehängt. Eine Fundsache.

 

So 22 V 2022 Baarburg mit Irena 10:30

Die Sonne scheint fahl durch einen Wolkenschleier. Es weht ein laues Lüftchen. Nach dem Regen von vorgestern Nacht ist die Luft noch feucht und riecht intensiv nach Erde, Blüten und grünem Wachstum.

Auch der bereits gross gewachsene Farn duftet ganz fein und zurückhaltend herb erdig. Wenn ich den Duft nicht vom Giessen unseres Farns auf dem Balkon her kennen würde, hätte ich ihn gar nicht bemerkt.

21   2552

Jedes Jahr freue ich mich über die erstaunliche Metamorphose des Huflattichs. Zuerst eine kleine gelbe Blume, dann ein weisser Blütenstand auf einem langen Stiel und schliesslich die grossen hufeisenförmigen Blätter, die der Pflanze ihren Namen gegeben haben.

Schon in diesen ersten Sommertagen sind die ersten Blätter gefallen. Wie jedes Jahr sind es Blätter der Wildkirsche. Sie sind nicht nur die ersten, sondern auch die farbigsten Blätter, manchmal Intensiv gelbgrünrot.

Am steilen Rustschhang, ausser Reichweite von Füchsen und Hunden und deshalb sicher ohne Eier des gefährlichen Fuchsbandwurms, sind die Walderdbeeren reif: süss und intensiv aromatisch!

 

Mo 30 V 2022 Baarburg mit Irena 11:00

Es ist sonnig, aber es weht ein kühler Wind.

Das einzige Tier, das wir in einem der Teiche sehen, ist eine grosse Libellenlarve. Mit ihrem langgestreckten stachelbewehrten Körper und den sechs Beinen ganz vorne hinter dem markanten Kopf sieht sie fast etwas unheimlich aus.

Wenige Meter vor uns verschwindet gemessen ein Rehbock im Unterholz.

22   2553

Auf der Waldstrasse liegen schwarzgraue Federn eines gerupften Vogels, vom Vogelkörper fehlt jede Spur

Am Horizont, hoch oben auf dem Zugerberg, ist bei einem Bauernhaus mit jungen Bäumen ein grosser Obstgarten angelegt. In einigen Jahren wird das ein prächtiger Anblick sein.

 

So 12 VI 2022 Baarburg mit Irena 10:30

Ein sonniger und heisser Sommertag. Aber im Wald ist es noch angenehm kühl.

An einigen Orten blüht auch dieses Jahr der Türkenbund.

Wir finden einige Frauentäublinge, ein guter Speisepilz.

Ein jüngeres Paar kommt zum Unterstand.Sie installieren zwei Hängematten und entfachen im mitgebrachten eisernen Grill ein Feuer.

23   2554

Im neuen Jahrbuch Archäologie Schweiz, Band 105, 2022, ist ein interessanter Fund von der Baarburg aufgeführt:

Im Jahr 2013 fanden sich bei Prospektionen im Bereich der bekannten spätlatènezeitlichen Höhensiedlung auf der Baarburg zwei linsenförmige Metallobjekte.
Form, Gewicht und Metallzusammensetzung legen nahe, dass es sich hierbei um Halbfabrikate aus der keltischen Münzprägung handelt. (…) Die Deutung der beiden Kügelchen als Rohlinge für die Prägung keltischer Gold- bzw. Elektronmünzen des 2./1. Jh.v.Chr ist sehr wahrscheinlich. (S. 249)

 

Mo 20 VI 2022 Baarburg 10:00

Alle Medien beschäftigen sich mit den momentan herrschenden ausserordentlichen Hitzetagen. Bereits auf der Hinfahrt ist es 27 Grad. Und am Nachmittag soll es Einiges über 30 Grad heiss werden.
Aber auf dem Bergplateau sorgt ein an- und abschwellender Wind für eine angenehme Kühlung. Nur auf den offenen Kahlschlagflächen spürt man die Backofenhitze.

Ab und zu badet man in würzigem Lindenblütenduft.

Im Geocache-Logbuch hat es nur wenige neue Einträge:


Scoutmate  14.4.22
Rehli1987  18.4.22



Als neuer Token liegt ein runder, leicht mit Moos überzogenem Stein in der Schachtel.

Der Inhalt des vermeintlichen Zeltsacks, der im Unterstand seit einigen Wochen in einer Ecke lehnt, entpuppt sich als TREVOLUTION-Faltsessel, der jetzt aufgefaltet dort steht.

24   2555

 

So 26 VI 2022 Baarburg mit Irena 10:45

In der Nacht hat es geregnet und es ist schwül. Jetzt am Morgen schon über 20 Grad.

Diesmal ist der Frosch grösser als vor einigen Wochen und auch diesmal hätte ich ihn nicht bemerkt, wenn er sich nicht mit einem Sprung vor meinen Schritten gerettet hätte.

25   2556

Das gelbe Jakobs-Greiskraut blüht. Diese Pflanze ist sehr giftig und besonders gefürchtet, wenn sie auf Viehweiden wächst.

Am Waldstrassenrand leuchten rot die Scheinerdbeeren. Sie sind etwas grösser als die süssen Walderdbeeren und wachsen auf einem langen Stiel. Gemäss Wikipedia ist diese Pflanze in Süd- und Südostasien beheimatet, wurde im 19. Jahrhundert als Zierpflanze eingeführt und ist dann verwildert. Sie sind essbar, aber ohne Geschmack.

Ich staune immer wieder über die Vielfalt der Pflanzen auf einem so kleinen Raum wie der Baarburg.

 

Mi 29 VI 2022 Baarburg mit Peter Hauser

In der Nacht hat es wieder geregnet, aber jetzt scheint die Sonne und der feuchte Waldboden riecht intensiv und herrlich.

Peter Hauser ist seit vielen Jahren ein Freund von mir. Er ist Fotograf und veröffentlicht seit über 20 Jahren jeden Tag ein Bild im Internet. https://www.tagesfoto.ch/index.php

Heute ist er hier Gastfotograf. Alle Bilder stammen von ihm.

26   2557

Vor Jahren hat Peter mich ab und zu auf die Baarburg begleitet, aber nun schon lange nicht mehr. Ich frage ihn, ob ihm nach dieser Pause Veränderungen auf dem Berg aufgefallen seien. — Er sagt, die Lichtverhältnisse hätten sich stark verändert, an einigen Orten sei es heller, an anderen dunkler geworden. Auffallend sei auch, wie sich die Brombeerranken stark verdichtet und neue Territorien erobert hätten. Er sei auch erstaunt, wie wenige Tiere und Menschen man heute gesehen habe.

 

So 3 VII 2022 Baarburg mit Irena 10:15

Es ist schwül. Am Nachmittag soll es sehr heiss werden.

Im Wald ein vielstimmiges Vogelkonzert. Ein dichtes Gewebe von Stimmen, sich von Ort zu Ort verändernd.

27   2558

In den auf der Baarburg schwindenden Waldpartien mit hohen Bäumen sind die im Frühling leuchtend hellgrünen Blätter dunkel geworden und das geschlossene Blätterdach macht das Waldesinnere dunkel.

 

So 10 VII 2022 Baarburg 10:30

Ein schöner sonniger Sommertag, es weht ein leichtes Lüftchen.

Nur einen knappen Meter entfernt sehe ich eine dunkelbraune Maus auf dem Waldboden. Ab und zu bewegt sie sich blitzschnell ein kleines Stück und ist zwischen den trockenen Blättern so gut getarnt, dass nur noch die glänzenden Augen zeigen, wo sie sich befindet. Erst als ich sie fotografieren will, verschwindet sie ganz.


28   2559

Ein Wasserhanf öffnet seine rosa Blüten. Eine  Pflanze, die bis Ende August blüht und im Spätsommer wichtig ist als Nahrung für Sommervögel und Schwebefliegen.

Gekappte vertrocknete Efeuranken zeichnen ein markantes Relief auf einen Fichtenstamm.

 

So 17 VII 2022 Baarburg mit Irena 10:45

Ein schöner warmer Sommertag mit etwas lauem Wind.

Über die Waldstrasse schleicht mäandrierend eine grosse Blindschleiche. Seit vielen Jahren habe ich hier keine mehr gesehen.

29   2560

Ich staune immer wieder über die Vielfalt der Muster und Zeichnungen der Natur, die man auf einem so kleinen Raum wie der Baarburg finden kann.

Beim runden Platz um eine grosse Buche haben drei junge Leute ein Nachtlager eingerichtet. Wie wir vorbeikommen, strecken sie ihre Glieder, sind wohl eben aufgestanden.

Die ersten Brombeeren sind reif und wenn man Glück hat, findet man eine süsse aromatische.

Auf beiden Seiten der Waldstrasse ist ein Streifen Grün von etwa einem Meter gemäht worden — weit schonender als die letzten Jahre.

 

So 24 VII 2022 Baarburg mit Irena 11:00

Es ist sehr heiss. Auf der Hinfahrt waren es bereits 26 Grad und am Nachmittag sollen es über 30 Grad sein. An schattigen Stellen ist der Boden noch feucht von den Gewittern in den letzten Tagen. Sonst ist er hart und trocken.

Wir finden Kühlung im Schatten der mächtigen Buchen, deren Blätterdach nur vereinzelt Sonnenstrahlen bis zum Waldboden durchdringen lässt. (Irena)

30   2561

Auf einem Asthaufen sitzt gut getarnt ein kleiner braungrüner Frosch.

 

So 31 VII 2022 Baarburg mit Irena 10:30

Auch heute wieder ist es warm und sonnig und soll am Nachmittag sehr heiss werden.

Die Brombeerranken sind auf der Baarburg eine Plage. Sie überwuchern den Jungwald und                      verflechten sich im Sommer zu einem meterhohen stachligen undurchdringlichen Dickicht.
Aber an den Rändern dieses Dickichts findet man nun reife Brombeeren, die je nach Standort und Reifegrad unterschiedliche herrliche Aromen haben.

31   2562

Auf der steilen Zugangsstrasse kommen uns zwei Männer und eine Frau entgegen. Ich habe vor vierzehn Tagen über sie geschrieben, spricht mich ein Mann an. Etwas belustigt, dass ich sie als junge Leute bezeichnet habe, (sie sind wohl etwa um die 50), was ich mit der Dlstanz und dem flüchtigen Eindruck entschuldige. Wir kommen ins Gespräch, merken, dass wir alle fasziniert sind von der langen und verborgenen Geschichte dieses ganz speziellen Bergs. Sie schätzen auch seine Abgeschiedenheit, da das Plateau nur mit einem steilen Fussmarsch erreichbar ist. Sie werden heute wieder hier übernachten.

Am Wegrand leuchtet das dunkle Gelb der Riesen-Goldrute.

 

Mi 10 VIII 2022 Baarburg mit Irena 10:30

Der Sommer bleibt heiss und trocken. Jetzt am Morgen ist es im Wald aber noch angenehm lauwarm.

Wegen der grossen Trockenheit werden in einigen Wäldern des Mittellands bereits die Blätter braun. Hier aber ist noch alles satt grün. Wohl deshalb, weil es hier auch immer wieder Gewitter mit Starkregen gab.

32   2563

Bei der Lagerstelle rund um die grosse Buche ist an der Feuerstelle eine kleine Feuergrube  ausgehoben worden.

Nun blüht hier beinahe nichts mehr. Bevor die Blätter farbig werden , ist der Wald noch einmal ganz grün.

 

So 21 VIII 2022 Baarburg 8:45

Die letzten Nebelfetzen lösen sich auf, die Sonne scheint, aber nach einigen Regentagen ist es im Wald noch kühl und feucht. Ein erster Anflug von Herbst. Am Nachmittag soll es aber wieder 27 Grad warm werden.

Im grossen verschlammten Teich schwimmen zwei Libellenlarven und zwei Molche.

Auf der Wasseroberfläche liegt eine grosse grünblaue tote Libelle.

Auf dem Plateau ist an einigen Orten der dichte naturverjüngte Buchenjungwald etwas gelichtet worden.

Zwischen den Bäumen im Mittelgrund sehe ich ein Reh. Beim Näherkommen sehe ich, dass es im umzäunten Jungwald gefangen ist. Panisch rennt es dem Zaun entlang und sucht vergeblich einen Ausgang. Es ist wohl mit einem hohen Sprung im Areal gelandet und kann jetzt nicht mehr zurück. Es möchte fliehen und rennt mehrmals gegen den Drahtzaun an, verheddert sich mit den Vorderläufen im Draht, kommt aber immer wieder los. Ich suche den mit einer Drahschleife verschlossenen Zugang zum Areal und öffne ihn.  Ich hoffe, dass sich die Panik des Tiers etwas legt und es den Ausgang findet, wenn ich verschwinde.
Wie ich später wieder vorbeikomme, ist das Reh wirklich weg.

33   2564

Am steilen sonnenexponierten Südhang beginnen bei einigen grossen Linden, die Blätter gelb zu werden. Zu ihren Füssen liegt ein gelb gesprenkelter Blätterteppich.

Am Waldrand bringen die leuchtend roten Beeren des Gemeinen Schneeballs nochmals Farbe in den spätsommerlichen Wald. Die bitteren Beeren sind giftig.

 

So 28 VIII 2022 Baarburg mit Irena 10:45

Grauer Hochnebel. Es ist etwa 20 Grad warm und die Luft ist noch feucht vom Regen der letzten Woche.

Ein stachliger weisser Bovist ist aufgeplatzt und sieht aus wie eine überrreife Frucht.

Wir treffen wieder einmal Martin Romer, Waldführer und unermüdlicher Pilzsucher. Auch ihm hat gefallen, dass die Waldstrassenränder hier dieses Jahr auffällig schonend gemäht worden sind. Auch er bedauert, dass wieder neue Waldareale kahlgeräumt worden sind, statt einige grosse Bäume stehen zu lassen.

34   2565

Eine Samenkapsel des Türkenbunds sieht aus wie eine zarte weissrote Rose.

Obwohl der Boden nun etwas feuchter ist, hat es kaum neue Pilze. Ein prächtiger grosser Parasol ist eine Ausnahme.

Die wunderschönen Blüten der Acker-Kratzdistel lassen vergessen, dass diese Pflanze gemäss „Picture This“ eines der problematischsten Unkräuter weltweit ist. Früher wuchs die Pflanze in Wäldern, jetzt bevorzugt sie Ackerflächen und bedroht dort besonders die ökologische Landwirtschaft, weil ihr nur mit giftiger Chemie beizukommen ist.

Das feuchtwarme Wetter behagt auch den Zecken. Zuhause finde ich auf meinen Kleidern gleich zwei.

 

Di 30 VIII 2022 Baarburg mit Thomas Widmer 10:00

Heute werde ich begleitet vom Journalisten Thomas Widmer. Er ist bekannt für seine wöchentlichen Wanderkolumnen in verschiedenen Schweizer Tageszeitungen und hat auch Bücher über Kultur, Geschichte und Landschaft in der Schweiz veröffentlicht. Für die Zeitschrift „Schweizer Familie“ wird er einen Text über das Baarburg-Projekt schreiben.

35  2566

Ich zeige ihm den Ablauf meiner Umgänge und erzähle, weshalb mich dieser Ort so fasziniert, dass ich ihn nun schon seit 36 Jahren regelmässig besuche, meine Beobachtungen aufschreibe und dazu fotografiere. Da ich das angeregte Gespräch nicht unterbrechen will, verzichte ich heute auf Notizen und die Bildergalerie.

Mo 5 IX 2022 Baarburg mit Irena 10:15

Auf dem Parkplatz am Baarburgrank stinkt es. Jemand hat an den Rand etwa ein Dutzend tote Ratten geworfen. Wahrscheinlich vergiftet. Schon beinahe zur Unkenntlichkeit verwest. Das Gift bleibt im Boden.

Langsam beginnt nun der Wald sich zu verfärben. Im Waldesinneren sind es nur erst sehr wenige Bäume, vor allem halbhohe, die gelb oder braun werden.

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Irena findet einige Steinpilze. Die meisten sind schon angefressen, verschimmelt oder angefault. Zwei grosse Exemplare sind aber beinahe makellos.

 

So 18 IX 2022 Baarburg mit Irena 10:30

Die Herbstsonne intensiviert die Farben und bringt die Landschaft zum Leuchten. Aber es ist kühl und der Westwind fährt in die Knochen.

Wir finden einen schönen Hexenröhrling und einige Totentrompeten.

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Nahe beim Wasserreservoir am nördlichen Bergsockel steckt eine etwa 160 cm lange Plastikstange im Boden. Eigentlich steckt sie nicht, sie ist einbetoniert.
Die Stange könnte einen Zusammenhang haben mit der geplanten Renovation der Anlage.







 

Mo 26 IX 2022 Baarburg mit Irena 10:30

In den letzten Tagen hat es geregnet, zum Teil heftig. Es ist auch merklich kälter geworden. Eben waren es meist deutlich über 20 Grad, jetzt ist knapp 10.
Wir haben Glück, kaum steigen wir aus dem Auto, hört es auf zu regnen und später drückt sogar manchmal die Sonne durch.

Aber der Wald ist tropfnass und manchmal löst ein Windstoss einen kleinen Regenschauer aus. Wir halten uns heute an die breiteren Pfade, denn quer durchs Unterholz wird man schnell nass.

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Das feuchte Wetter lässt die Pilze spriessen. Einige essbare wie Totentrompeten und Edelreizker, aber wir sehen auch einen schönen Knollenblätterpilz.

Der Wald ist noch immer grün, aber an einigen Orten leuchten kleine herbstliche Farbinseln.

 

So 2 X 2022 Baarburg mit Irena 11:00

Der Wald ist noch nass vom Regen der letzten Tage. Aber es ist wieder recht warm. Manchmal drückt die Sonne durch die Wolken, dann wieder regnet es, mal sanft, mal heftig.

Der Wald beginnt nun, sich gelb, braun und rot zu verfärben. Es fallen die ersten Blätter und es riecht nach Herbst.

Das Wetter begünstigt Pilze in allen Variationen. Einige von Tieren angefressenen Exemplaren sehen aus wie kunstvoll in Form gebissene Skulpturen.

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Am Waldrand weidet eine kleine Herde Schafe.

 

Di 11 X 2022 Baarburg mit Irena 10:45

Nachts hat es nochmals etwas geregnet und der Waldboden ist noch feucht und dunkel.

Alle Medien feiern momentan das ausserordenliche Pilzjahr und wirklich hat es auch auf der Baarburg eine Vielfalt an Pilzen in allen Formen und Farben. Irena sammelt Totentrompeten, Trompetenpfifferlinge, Steinpilze und Semmelstoppelpilze für ein schmackhaftes Abendessen.

Im Geocache-Logbuch hat es neben einigen neuen Einträgen auch ein gefaltetes A4-Blatt mit einem (miserablen) Gedicht von Xavier Rudd mit dem Titel "We Deserve To Dream":


Whisper in the wind sent me home
I’d believed there was somethin more
Learned so much fell in love with you
Took my chances with what I knew
…………………etc.

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Neben einem schmalen Trampelpfad durch das Brombeergestrüpp liegen zwei kleine zylinderförmige Plasikbehälter, einer mit, der andere ohne Deckel.

 

So 16 X 2022 Baarburg mit Irena 10:45

Ein herrlicher Herbsttag. Die dünnen Wolken verschwinden bald und die strahlende Sonne bringt die Herbstfarben zum Leuchten.

Noch immer finden wir eine Fülle von Pilzen.

Bei der Feuerstelle „Luegisland“ hat jemand eine Art Zeltgerüst aus grosssen Ästen konstruiert.

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Obwohl noch viele Blätter grün sind, hat es unter den Laubbäumen bereits einen Blätterteppich. Am üppigsten ist er unter den Ahornbäumen, die ihre Blätter immer am schnellsten verlieren. Es riecht nach feuchter Erde und trockenen Blättern.

Die Sterne des Wacholder-Widertonmooses und das farnähnliche Etagenmoos bedecken den Boden des Jungwalds — meist in separaten Arealen, die sich nur selten überlappen.

 

So 23 X 2022 Baarburg mit Irena 10:45

Die Baarburg ragt knapp aus einem Nebelmeer. Hier scheint die Sonne und es ist recht warm.

Wir wechseln einige Worte mit einem Pilzsucher, der sich freut über die vielen Totentrompeten. Später finden wir noch einen prächtigen Steinpilz.

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Der Blätterteppich wächst und wächst, aber grosse Teile des Walds sind immer noch grün.

Aus den Blättern am Boden und den Asthaufen im Jungwald wird nach und nach Humus, Lebensgrundlage für Pflanzen und Pilze. Alles ist eingebunden in den grossen Kreislauf der Natur, auch der Mensch.

 

So 30 X 2022 Baarburg mit Irena 10:15

Auch am Ende des wärmsten Oktobers seit Messbeginn bleibt es sonnig und warm.

Über der Landschaft hängt ein dünner Schleier Saharastaub.

Es duftet intensiv nach Pilzen und trockenen Blättern. Unter den Füssen raschelt es. Herbst.

Wir finden auch heute wieder einige schöne Steinpilze und viele Totentrompeten.

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Beim Unterstand komme ich mit einem Mann, den ich hier oben gelegentlich antreffe, kurz ins Gespräch. Wir sprechen über den Wechsel zur Winterzeit von letzter Nacht. Er findet die Sommerzeit unnatürlich. Ich schätze sie, vor allem wegen den hellen Sommerabenden. Er ist froh, wenn nicht generell Sommerzeit eingeführt wird, weil es dann an Wintermorgen lange dunkel wäre. Ich würde die ständige Sommerzeit begrüssen, weil die Winternachmittage länger wären.

Bei den Teichen am Waldeingang ist das Schilf geschnitten und die Algen sind entfernt worden. Damit werden die Tümpel nächstes Jahr wieder zum Lebensraum für Frösche, Kröten, Molche und Ringelnattern, welche diesen Sommer fast ganz ausgeblieben sind.

 

Di 8 XI 2022 Baarburg mit Thomas Widmer & Dominic Steinmann

Heute werde ich begleitet vom Journalisten Thomas Widmer, der einen Text über das Baarburg-Projekt schreiben wird, und dem Fotografen Dominic Steinmann, der die Bilder dazu macht.

Für ein schönes Bild der Baarburg mit Zuger See und frisch verschneiten Alpen im Hintergrund fahren wir zuerst zum Weiler Hirzwangen am Ende der Albiskette, wo ich früher einmal einige Jahre lebte.

Zurück zum Parkplatz bei der Schiess-Anlage am Rand von Baar und zu Fuss hinauf auf den Berg, wo ich an verschiedenen Orten fotografiert werde.

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Da ich sonst immer von der Rückseite her auf die Baarburg gehe, sehe ich nun nach Jahren wieder einmal die Heiligkreuzkapelle und die Nummernschilder des Schiessstands.

 

So 13 XI 2022 Baarburg mit Irena 9:30

Der aufgekratzte Belag der Zufahrtsstrasse lässt ahnen, dass schweres Gefährt aufgefahren ist. Und wirklich. Die Waldstrasse am Sockel und hinauf auf das Bergplateau ist auf beiden Seiten bis auf eine Höhe von etwas 6 Meter über Strassenniveau beschnitten worden. Äste, junge Bäume und Büsche sind nicht weggesägt, sondern weggehackt worden und liegen nun zum Teil quer über der Strasse. Bei einer schönen grossen Eibe, die zwei Meter neben der Strasse steht, fehlt nun die Hälfte der unteren Krone.

Die Baumkronen stecken noch im Nebel, der dann gut hörbar auf den Blätterteppich tropft.

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In der Mitte einer kleinen Struktur, die ich über zwei, drei Jahre hinweg aus Ästen und Zweigen gebildet habe, steckt ein Glas mit einer Rechaud-Kerze, das jetzt halb voll Regenwasser ist.

Beim Parkplatz am Barburgrank hat es auf der Wiese auffallend viele Mauslöcher. Eine Art Mäuseburg mit vielen Zugängen und Fluchtwegen?

 

So 20 XI 2022 Baarburg mit Irena

Die von Kindern gebaute Miniatursiedlung beim Waldeingang ist renoviert und ausgebaut worden. Mit einigen Farbtupfern Beerenrot.

Der Wald ist feucht vom Regen der letzten Tage. Obwohl wir mit gefütterter Jacke und Wollkappe schon beinahe winterlich gerüstet sind, lässt der Wind die Kälte unter unsere Kleider kriechen.

Über der steilen Felswand im Norden des Plateaus hängt in einer Eibe neu eine Girlande von fünf verschiedenfarbigen tibetanische Gebetsfähnchen.

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Die intensiven Novemberfarben bringen den Wald zum Leuchten. Grün, verschiedene Gelb, Braun und manchmal etwas Rot.

Irena sammelt einige Semmelstoppelpilze, Totentrompeten, Trompetenpfifferlinge und einen Reizker: gebraten in Olivenöl ist das eine wohlschmeckende Beilage zu Perlhuhnschenkel und Ofenkartoffeln heute Abend.

 

So 27 XI 2022 Baarburg mit Irena 11:00

An der Baarburgflanke hängen noch Nebelreste, manchmal drückt die Sonne durch eine Wolkenlücke. Es ist kalt, hat in den letzten Tagen bis tief herunter geschneit. Der Rigi ragt verschneit aus Nebelschleiern.

Bis auf die Eichen haben die Bäume nun ihr Laub verloren. Hier lässt der Ahorn seine Blätter jeweils als erster fallen, die Eichen immer ganz am Schluss. Der dicke Blätterteppich auf dem Waldboden ist nass und dunkel. Ohne das Leuchten der Herbstblätter ist der Wald etwas düster geworden.

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So 4 XII 2022 Baarburg mit Irena 11:00

Nach einem farbig leuchtenden November hat der Dezember neblig dunkel begonnen. Aus dem Nebel löst sich heute ein leichter Nieselregen.

Drei ältere Paare sind heute auf ähnlichen Pfaden unterwegs wie wir. Sie erkunden die Felshöhle mit der Geocache-Schachtel und fragen nach dem Erdmannli-Loch. Da der steile Zugang bei diesem Wetter glitschig ist, verzichten sie darauf.

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Im Zentrum des Plateaus, wo letzten Winter einige grosse Bäume gefällt worden sind, ist der Waldboden säuberlich geräumt worden. Äste zu Haufen geschichtet, die hüfthohen Brombeerranken gemäht und abtransportiert.

Neben der steilen Zufahrtsstrasse wird der Fichtenwald ausgelichtet.