Mo 2 I 2024 Baarburg mit Irena 10:30

Ab und zu nieselt es aus grauen Wolken, durch die manchmal blass die Sonne drückt. Es ist kühl und das dunkle Braun und Grün des Winterwalds sind matt und ohne Glanz.

Heute beginnt das 38. Jahr meiner regelmässigen Baarburg-Besuche. 2631mal bin ich hier durch den Wald gestreift und jedes Mal ist er anders, ich entdecke ein neues Detail oder eine Veränderung, verursacht durch Mensch oder Tier, Wind und Wetter. 

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Ein Wintersturm hat den blühenden Zweig einer männlichen Eibe weggerissen, die kugeligen kleinen gelben Zapfen sind noch glatt und geschlossen.

Jemand hat mit drei Ästen einen Pfeil auf die Waldstrasse gezeichnet. Er zeigt den Weg ins neue Jahr.


Di 9 I 2024 Baarburg mit Irena 10:45

Es ist klirrend kalt, zwar nur wenig unter Null Grad, aber mit der Bise wirkt es weit kälter.

Der Boden ist hart gefroren, die dünne Schneedecke knirscht unter den Schuhsohlen.

Die vielen Tierspuren zeigen, dass der Wald auch bei dieser Kälte sehr belebt ist. Fast alle Spuren sind leicht verwittert, weil ab und zu etwas Schnee von den Bäumen rieselt. Wir sehen Spuren von Dachs, Gemse, Reh, Fuchs, Maus und Vogel. Die deutlichste Spur könnte von einer verwilderten Hauskatze sein.

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Der Schnee verwischt Formen und hebt andere hervor.

Jemand hat mit weisser Farbe die Zahl 459 an einen Holzpfosten im Unterstand geschrieben.

Unter der Eisdecke eines Teichs leuchten die dunklen Farben der Unterwasservegetation.


So 14 I 2024 Baarburg mit Irena 10:45

Der Wetterbericht hat zwar wahrscheinliches Auflösen des Nebels und Sonne vorausgesagt, aber die Baarburg bleibt im Nebel stecken. Das hat den Vorteil, dass der über Nacht bei Temperaturen um vier Grad unter Null gewachsene Raureif mit verschiedensten wunderschönen Mustern und Zeichnungen erhalten geblieben ist.

Auf der Waldstrasse am Bergsockel versucht ein älteres Paar mit einer Trillerpfeife den im Winterwald verschwundenen Hund zurückzurufen. Vergeblich! Vielleicht hetzt er eben ein Reh durch den Schnee.

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So 21 I 2024 Baarburg mit Irena 11:15

Die Sonne drückt durch einen Wolkenschleier, es ist einige Grad unter Null, aber ohne Wind spüren wir die Kälte kaum und geraten bald ins Schwitzen. Der Schnee auf der Waldstrasse ist zum Teil vereist und knirscht unter den Schuhsohlen.

Erst beim Durchsehen der Bilder nach dem Umgang fällt mir auf, dass man im Winterwald kaum Farben sieht. Umso auffälliger sind die gelbgrünen Haselkätzchen und ein orange gekleideter kleiner Hund. Nächste Woche sollen die Temperaturen bereits frühlingshaft warm sein.

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So 28 I 2024 Baarburg mit Irena 10:00

Schon auf der Zufahrtsstrasse warnt ein Schild vor Holzschlag. Und wirklich sind beim Waldeingang einige grosse Bäume gefällt worden, darunter Eschen, die wahrscheinlich vom Eschentriebsterben befallen sind.

Durch einen dünnen Hochnebelschleier drückt manchmal blass die Sonne durch. Der Schnee ist geschmolzen, der Waldboden noch sehr nass.

Am Fuss eines Baums entdecken wir einen winzigen Semmelstoppelpilz, der wahrscheinlich die kalten Januartage gefroren überstanden hat.

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Vom Unterstand her sehen wir eine Gemse etwa 50 Meter von uns entfernt gemächlich die Waldstrasse hochgehen und dann im Unterholz verschwinden.

In der Nähe steht um einen Baum herum das Astgerüst einer Hütte, am Eingang hängt ein geflochtener Efeukranz, im Innern liegt ein grün leuchtendes Moospolster.


So 4 II 2024 Baarburg mit Irena & Barbara Göldi 10:15

Heute werden wir von unserer Freundin Barbara Göldi, einer pensionierten Gymnasiallehrerin, begleitet. 

Beim Parkplatz warnt ein Schild vor Holzschlag. Die Waldstrasse ist zum Teil gesperrt, aber am Wochenende ist das Verbot aufgehoben.

Es herrscht dichter Nebel, der sich aber zum Teil auflöst und in Fetzen zwischen den Bäumen und an den umliegenden Hängen verharrt.

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Vor 14 Tagen habe ich auf dem gefrorenen Teich Eissterne fotografiert, jetzt bilden weisse Pilzfäden auf der Rückseite eines Stücks Baumrinde ganz ähnliche Sterne.

Auf einer frisch gerodeten Fläche sehen wir etwa hundert Meter entfernt zwei Gemsen äsen.

Frühlingszeichen: Schneeglöckchen blühen und am Wegrand öffnen eben die ersten Huflattiche ihre gelben Blüten. Letztes Jahr blühte der erste Huflattich eine Woche später; so früh wie dieses Jahr ist das in den letzten zehn Jahren noch nie geschehen. 


So 11 II 2024 Baarburg mit Irena 11:45

In der Nacht hat es geregnet, jetzt ist es grau bewölkt, der Wald ist noch nass und es ist frühlingshaft warm. Manchmal drückt blass die Sonne durch.

An der Innenwand des Unterstands hängt eine Postkarte mit dem handgeschriebenen Text


en liebe Gruess
an Guido

Auf der Vorderseite der Karte die Abbildung einer Zitronenmelisse.  — Ich habe keine Ahnung, von wem dieser Gruss an mich ist. — Von gleicher Hand habe ich hier schon letzten Oktober (B 2621) eine Karte erhalten, damals mit der Abbildung einer Frauenmantelpflanze. 

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Nun blühen auch der Pestwurz und die ersten Schlüsselblumen.

Beim Waldeingang ist der Holzschlag noch nicht abgeschlossen.

Auf der Spitze einer hohen Tanne sitzt eine Drossel. Mit blossem Auge kann man das allerdings nicht feststellen, doch die bis zu 83-fache Vergrösserung des Teleobjektivs meiner neuen Nikon-Coolpix-Kamera ergibt zwar keine brauchbare Foto, aber das Bild genügt zur Identifizierung.


So 18 II 2024 Baarburg mit Irena 10:30

Die Baarburg steckt im Nebel, aus dem es manchmal leicht nieselt.

Bei Luegisland sieht man die Reste eines grossen Lagerfeuers. An einem der angebrannten Äste wachsen Judasohren, bereits etwas angetrocknet. Das ist ein ausgezeichneter Speisepilz, der in der chinesischen Medizin auch als Medikament eingesetzt wird.

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Auf den zarten jungen Bärlauchblättern glitzern Regentropfen.


So 25 II 2024 Baarburg mit Irena 10:30

In der Nacht ist es so kalt gewesen, dass in schattigen Mulden die Pflanzen noch mit Raureif bedeckt sind. Jetzt scheint die Sonne aus blauem Himmel und es wird 
rasch frühlingshaft warm.

Vor uns quert recht nah eine Gemse den schmalen Pfad und verschwindet unten im Steilhang. Ein Passant erzählt, er habe hier schon mal eine Gruppe von vier Gemsen fotografiert und der Förster habe ihm gesagt, es seien insgesamt fünf hier auf der Baarburg.

Letzte Woche hat es weit herunter geschneit und Eiger, Mönch und Jungfrau sowie Pilatus glänzen im Sonnenlicht.

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Am Rand der Bärlauchwiese flattert ein Admiral. Dieser prächtige Wanderfalter hat bis vor etwa 20 Jahren im Mittelmeerraum überwintert und ist im Spätfrühling über die Alpen nach Norden geflogen. Jetzt ist es auf der Alpennordseite so warm geworden, dass er den Winter hier verbringt.

Weisse Veilchen blühen und am Rand eines Teichs hat es Wolken von Froschlaich.


So 3 III 2024 Baarburg mit Irena 11:00

Heftiger Föhn rüttelt an den Bäumen und es ist sehr warm. 

Im Teich beobachten wir, wie ein Molch Eier aus einem Froschlaichballen rupft und frisst.

Die Sumpfdotterblumen und das Milzkraut blühen gelb. Bereits wachsen auch die ersten Schirmpilze.

Neben einer kleinen Feuerstelle leuchten weisse Schalenfragmente eines Bio-Eis.

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Seitdem nach dem Holzen die abgetrennten Äste nicht mehr weggeräumt, sondern zu Haufen geschichtet werden, möblieren diese den Wald wie kleine Kunstwerke. Sie bieten Tieren Tarnung und Wohnraum und werden durch Wind und Wetter fast unmerklich langsam verändert.


So 10 III 2024 Baarburg mit Irena 11:00

Auch heute weht der Föhn, aber weit weniger heftig als vor einer Woche. Es ist warm, aber manchmal wechselt der Wind abrupt die Richtung und kommt kühl und frisch von Norden. Bald wird es regnen.

Beim Parkplatz kommt eben eine Frau mit Hund von einem Spaziergang zurück und schwärmt vom reichen Vogelgesang, der um diese Jahreszeit besonders ausgeprägt sei.

Unterwegs kommen wir mit einem älteren Mann ins Gespräch, der die Baarburg als speziellen Ort mit einer erstaunlich vielfältigen Flora lobt. Als ehemaliger Gärtnermeister könne er das gut beurteilen.

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Der Föhnsturm letzte Nacht hat zwei grosse Fichten weggeknickt.

Drei Männer haben  auf der Baarburg übernachtet. Sie hätten aber wegen des Sturms kaum geschlafen.


So 17 III 2024 Baarburg mit Irena 10:30

Die Sonne drückt blass durch einen Wolkenschleier. Von Westen nähert sich eine Warmfront, die am Mittag Regen bringen wird.

Zwar hat es diesen Winter nur selten geschneit, aber es hat gereicht, dass sich auf der Wiese bei den Teichen zwischen zwei Asthaufen markant ein Mausgang abzeichnet, den die Mäuse zwischen Gras und Schnee gegraben haben.

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Der blassviolette Blüte des gefingerten Zahnwurzes bringt etwas zarte Farbe ins üppige Frühlingsgrün des Waldbodens. Nicht weit davon entfernt leuchten die scharlachroten Kelche von Becherlings-Pilzen. Bereits blühen am Bergsockel auch die ersten Kirschbäume. Die Obstbauern sind besorgt, weil auf das nächste Wochenende Frost vorausgesagt wird.


So 24 III 2024 Baarburg mit Irena 10:45

Letze Nacht hat es gestürmt und weit herunter geschneit. Es ist immer noch kalt und manchmal frischt der Wind wieder auf und rüttelt an den Baumkronen.

Die Schneegrenze ist unterdessen wieder gestiegen und liegt nun knapp unter dem Kloster Gubel. 

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Eine grellgrüne fette Raupe hat sich gegen die Kälte zusammengerollt.

Der Bärlauch bildet nun auf dem Waldboden einen dichten Teppich und bereits wachsen die ersten Knospen.

Der Sturm hat eine hohe Esche, die dicht mit Efeu überwuchert war, umgerissen, so dass sie jetzt die Waldstrasse versperrt.


So 7 IV 2024 Baarburg mit Irena 10:45

Es ist sommerlich warm und die Sonne drückt durch einen Schleier von Saharastaub. 

Am Rand der Wiese, die sich gegen den Waldrand hinauf zieht, weist ein Warnschild die Hundebesitzer darauf hin, die Tiere nicht frei laufen zu lassen.

Der Schachtelhalm spriesst.

An einem Ast beim Steilaufstieg hängt eine blaue Daunenjacke.

Im Unterholz öffnen sich die ersten Buchenblätter, die aber fast alle bereits 
von Insektenfrass durchlöchert sind.

Auf einem Stück Totholz wächst ein blumenkohlartiger weisser Pilz

14  2644

Auf dem Waldboden wird es zunehmend farbiger, gelb leuchtet der Löwenzahn.



So 14 IV 2024 Baarburg mit Irena 10:30

Es ist sommerlich warm und der Wald ist ein Meer von hellem Grün. Die schönste Zeit des Jahres. Sogar die grosse Eiche, die sonst immer erst sehr spät grün wird, öffnet ihre Blätter gleichzeitig mit der daneben stehenden Linde.

Bereits blühen auch die Stechpalmen. Letztes Jahr haben sie im Herbst ein zweites Mal geblüht.

Manchmal löst ein Windstoss eine Blütenstaubwolke von den Bäumen. 

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Am südlichen Horizont leuchten weiss die Berner Alpen mit Eiger, Mönch und Jungfrau.

Auch der Bärlauch öffnet nun seine weissen Blütensterne.

Auf der Waldstrasse liegt eine tote Spitzmaus.